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Postleitzahlen 0-1
"Ohne Barrieren" e.V. Rostock
Der Verein "Ohne Barrieren" e.V. Rostock organisierte eine großes Plakat- Werbeaktion in der Stadt und der Umgebung mit folgenden Forderungen:
- Gleichstellung Behinderter- jetzt!
- Barrierefreies Bauen
- Arbeitsmöglichkeiten für Behinderte
- Bauliche Lösung- Tunnen Bahnhof Warnemünde
- Selbstbestimmte Wohnformen
- Mehr rollstuhlgerechte öffentliche Toiletten
Neben einer Talkrunde am Vormittag zum Thema "Teilhabe heißt Integration" mit anschließender Demo fand am Nachmittag eine unter dem Motto "Markt der Möglichkeiten" statt. Viele Menschen kamen und ließen sich informieren; besonders der Seh- und Hörtest fand großen Zuspruch.
Behindertenverband Stralsund e.V.
Ein Haus der Begegnungen aus der Mauer der Diskriminierung
Am Aktionstag rissen Rollstuhlfahrer auf dem Alten Markt eine Mauer aus Kartons ein. Die Kartonstein blieben jedoch nicht einfach liegen, sondern wurden anschließend symbolisch zu einem "Haus der Begegnungen" neu aufgebaut.
Der Bürgerschaftspräsident Dr. Panek erhielt einen Forderungskatalog, der aufzeigt, wie wichtig ein Gleichstellungsgesetz ist. An die Adresse der kommunalen Politiker war unser Aufruf für eine barrierefreies Stralsund gerichtet. Behindertengerechte Wohnungen und der Behindertenfahrdienst sollen geschaffen bzw. erhalten werden. Die Aktivisten mahnten auch die Förderung von ambulanten Hilfsdiensten zur Wahrung der Eigenständigkeit und Vermeidung von Heimunterbringungen an.
Lebenshilfe - Werkstätten, Weddersleben
Zukunftszauber Zweitausend zum 5.Mai
Ein Außerirdischer mit seiner Crew landet ausgerechnet auf der Erde. Obwohl in friedlicher Absicht, wird der Empfang durch die Bewohner eher ungastlich.
Die galaktische Delegation unterbreitet ein wohl unmißverständliches Friedensangebot, welches nach kurzer Unsicherheit dann auch von den Menschen beantwortet wird: "Freude schöner Götterfunken" lädt ein, gemeinsam die Erde in der gesamten Galaxis zu bewegen. Ein ( Fast-) Musical rund um Begegnung mit "der anderen Art", der Annäherung und des Zusammenlebens.
Die Aufführung wurde ein voller Erfolg!
Die Bühne auf dem Quedlinburger Marktplatz war dicht von Zuschauern umlagert. Etwas 600 Gäste aus Hameln, Hannoversch-Münden, Celle und Herford waren zum Stadtfest nach Quedlinburg gekommen, in dessen Rahmen die Darsteller der Lebenshilfe ihr Musical zeigten.
Mit der Band "Blamasch" zusammen spielte die "Chaos-Combo" unserer Werkstatt- Mitarbeiter. Nicht nur den Zuschauern bereitet das Musical Spaß, sondern natürlich auch den insgesamt 50 Mitwirkenden. Das selbst entwickelte und inszenierte Stück wurde von Regionalfernsehen "Harz" mitgeschnitten und ein Ausschnitt lief bereits in fünf Landkreisen Sachsen-Anhalts über den Sender. Der komplette "Zukunftszauber Zweitausend" soll als Sondersendung ausgestrahlt werden.
Info Tel: Eike Helmholz , 0394946/98100
Jenaer Zentrum für selbstbestimmtes Leben behinderter Menschen e.V.
Am 5. Mai trafen sich in Jena auf dem Theatervorplatz Menschen mit und ohne Behinderungen darunter Politiker und Wirtschaftsfachleute, um über ein Gleichstellungsgesetz zu diskutieren. Deutliche Signale erwarteten sich die Veranstalter für die Beschäftigungspolitik. Verschiedene Vereine beteiligten sich an der Aktionsmeile. Teile des Musicals "Joseph" wurden ebenso aufgeführt wie eine Pantomime von Gehörlosen. Begleitet wurde der Aktionstag mit Straßenmusik. Ein regionaler Fahrdienst organisierte, dass auch Bewohner aus dem Umland Zugang zu der Veranstaltung hatten.
format gGmbH, Fürstenwalde
Unser Aktionstag war ein riesengroßer Erfolg für alle Beteiligten.
An 27 Informationsständen (Verbände, Vereine, Selbsthilfegruppen, Reha-Hersteller, Verwaltungen) konnten interessante Gespräche und Nachfragen verfolgt werden.
Die Diskussionsrunden am Rande der kulturellen Veranstaltungen, welche auf der Bühne stattgefunden haben, machten die Probleme der Menschen mit Behinderungen sichtbar.
In kleinen Talkrunden kamen Betroffene zu Wort und konnten an die dafür zuständigen Stellen ihre Probleme herantragen.
Politiker von Landes- und Kreisebene, Mitarbeiter von Verwaltungen standen Rede und Antwort.
Die Öffentlichkeit wurde vor und nach der Veranstaltung durch die Presseorgane und durch unsere regionalen Fernsehsender eindrucksvoll informiert.
Der rote Faden unseres Aktionstages waren die gemeinsamen Kulturprogramme auf der großen Bühne, die ständig von Zuschauern umlagert war.
Behinderteneinrichtungen, wie Werkstätten, G-Schulen und Wohnheime, konnten ihr reichhaltiges Kulturleben in der Zeit von 11.00 bis 19.00 Uhr darbieten und erhielten dafür lang anhaltenden Applaus. Besonders beeindruckend waren die kulturellen Vorführungen, welche behinderte und nicht behinderte Kinder, Jugendliche und Erwachsene gemeinsam darboten.
Die Sanitätshäuser warteten mit der neuesten Technik auf, so dass die Betroffenen alles ausprobierten und sich anschließend an den Infoständen der Verwaltungen Rat einholten, wie sie zu dem einen oder anderen Hilfsmittel kommen könnten.
Auch unsere Bürgerberaterin des Landkreises hatte alle Hände voll zu tun, alle anstehenden Fragen zu beantworten.
Die vielen Geschäftsleute im City Center, die sich in den Vorbereitungsgesprächen sehr vorsichtig und skeptisch verhielten, waren von dem Interesse und den Aktivitäten der Menschen mit Behinderung tief beeindruckt.
Die extra für diesen Tag aufgebaute Minigolfanlage wurde von sehr vielen Rollstuhlfahrern benutzt, um ihre Geschicklichkeit unter Beweis zu stellen. Der Minigolfanlagen-Betreiber hat sich daraufhin bereit erklärt, des öfteren Rollstuhlfahrer zu sportlichen Aktivitäten einzuladen.
Unser Hauptziel, Menschen aus der Isolation herauszuholen und deren Probleme öffentlich zu machen, haben wir voll erreicht und hoffen, so auf dem beschwerlichen Weg der gegenseitigen Akzeptanz und Unterstützung weiter vorangekommen zu sein.
Arbeitsgemeinschaft für selbstbestimmtes Leben schwerstbehinderter Menschen e.V., Berlin
"Sexybilities"
Behinderte werden sexuell diskriminiert. Es gibt Übergriffe und Mißbrauch in Pflege- und Betreuungssituationen. Die Nichtbeachtung von Schamgrenzen und der Verlust der Intimsphäre sind vor allem im stationären Bereich üblich. Umfassender noch ereignet sich allerdings sexuelle Diskriminierung in der vorherrschenden Wahrnehmung behinderter Leiblichkeit. Behinderte Frauen und Männer werden meist als sexuelle Neutren gesehen. Zumindest haben sie nur einen geringen Attraktivitätswert. Sexualität ist ein Menschenrecht. Ihre Ausformung und Umsetzung gehört zur Persönlichkeitsentwicklung. Begehren, Zärtlichkeit, Lust, Partnerschaft und Liebe lassen sich jedoch nicht einfordern, wie z.B. Rampen an öffentlichen Gebäuden. Aber es kann Bewußtsein für die Problematik entstehen: nämlich Selbstbewußtsein bei den Betroffenen und Interesse in der Öffentlichkeit.
Die Initiative "Sexybilities", die sich im März bei ASL e.V. gründete, möchte deshalb einerseits Sexualberatung auf dem Peer Counceling Prinzip (Betroffene beraten Betroffene) anbieten. Der Schwerpunkt soll auf sexueller Selbstfindung liegen. Aber auch Gesprächsgruppen zu speziellen Themen oder Stammtischrunden sollen aufgebaut werden. Ebenso wichtig ist uns andererseits Medien- und Projektarbeit (z.B. mit Künstlern), die die Thematik "Behinderung und Sexualität" öffentlich ins Gespräch bringt.
Wir wollten den europäischen Protesttag gegen Diskriminierung behinderter Menschen (5. Mai) nutzen, um "Sexybilities" der Öffentlichkeit zu präsentieren. Am 4. Mai um 16.00 Uhr wurde die Initiative auf einer Pressekonferenz vorgestellt. Am Abend gab es ab 18.00 Uhr eine Party im SO 36: Es wurden erotische Kurzfilme gezeigt, zudem gab es eine Ausstellung von Aktfotos der behinderten Künstlerin Liane Krüger aus Dresden, Folklore mit der Gruppe "Waldkater", Striptease und Tanz.
Behinderten-Liga e.V., Berlin
Anläßlich des Europäischen Protesttages veranstaltete die Behinderten-Liga e.V. am 4. Mai ein Diskussionsforum mit Vertretern der Bundestagsparteien über das geplante Rahmengesetz, das den Artikel 3 (3) des Grundgesetzes "Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden" mit Inhalten füllen soll. Der Arbeitstitel lautet innerhalb des Ministeriums "Benachteiligungsschutzgesetz" und ist genau das Gegenteil dessen, was wir fordern: Chancengleichheit, eine gleichberechtigte Teilnahme an der Gesellschaft und ein selbstbestimmtes Leben.
Es fand eine rege Diskussion darüber statt, was Chancengleichheit für Behinderte bedeutet. Alle Anwesenden waren sich darüber einig, daß eine barrierefreie Umwelt eine der wichtigsten Voraussetzungen für die Teilnahme am Leben in der Gesellschaft ist, ebenso wie der uneingeschränkte Zugang zu Informationen.
Behinderten-Verband Triptis e.V.
Anläßlich des Europäischen Protesttages für die Gleichstellung behinderter Menschen führte der Behindertenverband Triptis e.V., vom 5. bis 7.Mai das 6. Rollstuhltrainings-Seminar durch. Wir sahen es als einen Beitrag zur Integration an, dass Rollstuhlfahrer und nicht Rollstuhlfahrer das Mobiltätstraining gemeinsam absolvierten. Auch lokale Prominenz war der Einladung gefolgt. Alle Teilnehmer begaben sich in eine Turnhalle, wo kleine Übungen, wie Slamlomfahren und das Auf- und Abfahren von Bordsteinkanten trainiert wurde. Es zeigte sich ein freundliches Miteinander aller Beteiligten. Als Höhepunkt zeigten 4 junge Mädchen moderne Tänze mit dem Rollstuhl.
Im Vorfeld hat der Behindertenverband Triptis eine "kleine Reha-Messe" im Rathaussaal organisiert. Vor Ort waren 7 Aussteller, die u.a. zahlreiche Hilfsmittel und deren Funktion präsentierten. Die Messe fand bei allen Beteiligtengroße Resonanz; viele Besucher aus der Region waren anwesend.
Verein Behinderter und ihrer Freunde e.V. , Teltow-Kleinmachnow-Stahnsdorf
Veranstaltung anläßlich des Europäischen Protesttages zur Gleichstellung behinderter Menschen vor der Commerzbank in Teltow am Samstag, den 6. Mai
Ab 10.00 h
- Eröffnung durch den Vorsitzenden des Vereins Behinderter und ihrer Freunde e.V.
- Ansprache des Behindertenbeauftragten des Landkreises Potsdam- Mittelmark Herrn Udo Zeller
- Gesprächsrunde der Kommunalpolitiker und Aktion Kummerkasten
- Keramikmalerei der Mädchenzukunftswerkstatt
- Selbsthilfegruppen und Vereine stellen sich vor
- Musikalische Unterhaltung und Moderation: Lady's Soundkiste
- Spiel und Spaß für Kinder
- Stahnsdorfer Kräuterhexe
Ab 11.00 h
- Programm des Integrationskindergartens
Ab 12.00 h
- Dudelsackspieler und Rollstuhltänzer
- großes Luftballonsteigen
Allgemeiner Behindertenverband Potsdam e.V.
Der Allgemeine Behindertenverband Potsdam e.V. (ABP e.V.) war am diesjährigen "Europäischen Protesttag zur Gleichstellung behinderter Menschen" so wie in den letzten Jahren Träger und Organisator einer Veranstaltung im Zentrum Potsdams zur "Aktion Grundgesetz". Dieses Jahr konnten insgesamt 19 Infostände von Vereinen, Verbänden und Selbsthilfegruppen mit einem breiten Themenspektrum aufgebaut werden. Erstmalig dabei waren Selbsthilfegruppen von Sinnesbeeinträchtigten und psychisch Kranken.
Ein Kulturprogramm mit stark integrativen Charakter umrahmte den Aktionstag: ein Bühnenstück der Förderschule "Bruno Rehdorf", Tanz- und Gesangsvorführungen.
"Gedanken zum 5.5." und zur Aktion Grundgesetz äußerten der Behindertenbeauftragte des Landes Brandenburg und ein Vertreter des ABP e.V.
Die Zuschauer waren so begeistert, dass trotz großer Hitze die Bankreihen vor der Bühne immer begehrt und besetzt waren und die Aktion zu einem kleinen Straßenfest mitten im Herzen Potsdams wurde.
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Postleitzahlen 2-3
Das Boot Wismar e.V., Verein zur Unterstützung psychisch kranker Menschen
Aktionen in und um das Wismarer Rathaus am 5. Mai 2000
Das war am Tag des Grundgesetzes in Wismar los:
Von 11.00 bis 13.00 Uhr Infostände, Musik, Kaffee und Kuchen, Theaterstück der Laienspielgruppe des Vereins "Der schwere Weg zur Hilfe". Maiglöckchen wurden an Passanten verschenkt. 5 vor 12 gemeinsam Trommeln für die Gleichstellung Behinderter (vor dem Fenster des Standesamtes, so dass wir bereits 2 vor 12 unsere Trommeln zugunsten einer stattfindenden Trauung beenden mussten) und Gespräche auf dem Boulevard.
Ab 13.00 Uhr Vortrag von Herrn Dr. Hans-Joachim Maaz: "Wir alle sind behindert" Als bekannter Buchautor und Psychotherapeut sprach er im voll besetzten Rathaus insbesondere von der "Behinderung in den Köpfen" und war im Anschluss offen für Fragen und Diskussionen.
Rundherum eine gelungene Veranstaltung unseres Vereins zur Unterstützung psychisch kranker Menschen. Wir konnten durch die auffällige Plakatierung ("Ich hab etwas, was Du nicht siehst" oder "Sind Sie etwa normal?") der breiten Öffentlichkeit die Benachteiligung psychisch kranker Menschen gegenüber körperlich kranken Menschen deutlich machen. Unsere Vereinsmitglieder und Mitarbeiter standen für persönliche Fragen zur Verfügung und konnten Denkanstöße geben, nicht zuletzt mit der Darstellung des schweren Weges eines Behinderten bis zu der ihm zustehenden Hilfe.
Uns hat dieser Tag Spaß gemacht, er war anstrengend und gleichzeitig ermutigend. Aktionen dieser Art werden wir sicher wieder einmal durchführen.
Lebenshilfe Bremervörde/Zeven
Aktion auf dem Bremervörder Wochenmarkt am 5. Mai 2000
Im Rahmen der Aktion Grundgesetz hat die Lebenshilfe Bremervörde/Zeven erstmals eine öffentliche Aktion auf dem Bremervörder Wochenmarkt durchgeführt. Von 9 bis 12 Uhr wurden von Mitgliedern des Werkstattrates des VÖRDEWERKs, (der Werkstatt für Behinderte der Lebenshilfe), sowie der Schülervertretung der Tagesbildungsstätte Infomaterialien der Aktion Grundgesetz und eigene
Flugblätter verteilt. Unter dem Motto "Das Pflänzchen Gleichstellung muss Wurzeln schlagen" wurden 500 fleißige Lieschen verteilt, um mit den Menschen ins Gespräch zu kommen. Im Rahmen des Vormittags verflog die anfängliche Skepsis gegenüber einer öffentlichen Aktion. Die Reaktionen der Besucher des Wochenmarktes waren durchweg positiv. Die Aktion hat alle ermutigt, an den Erfahrungen anzuknüpfen und derartige Veranstaltungen zu wiederholen.
Aktionskreis behinderter Menschen e.V., Bielefeld
Im Zuge des bundesweiten Protesttages am 5. Mai fand am Tag zuvor eine Pressekonferenz als Auftaktveranstaltung statt Am 5. Mai war dann ein Infostand in der Bielefelder Innenstadt aufgebaut. Begleitend zu diesem Stand waren auch eine Radiowerkstatt mit Interviews, ein Rollstuhlparcours, eine Apfelaktion und Simulationsbrillen im Angebot. Um fünf vor zwölf trommelten Profi-Trommler und mehrere Schulklassen gemeinsam für das Gleichstellungsgesetz. Anschließend fiel die Mauer der Diskriminierungen auf dem Rathausvorplatz. Im Anschluss erfolgte die offizielle Übergabe eines Infoblattes von Behinderten für Behinderte an den Bürgermeister Dr. Wend zum Thema "betreutes Wohnen".
Selbstbestimmt Leben Hannover e.V., Beratungsstelle für Menschen mit Behinderungen
"Reisst die Mauern der Diskriminierung ein! Gleichstellung jetzt!"
Öffentliche Veranstaltung auf dem Platz an der Marktkirche in Hannovers Innenstadt mit zehn beteiligten Initiativen und Selbsthilfegruppen der Behindertenbewegung unter Federführung des Vereins "Selbstbestimmt Leben Hannover e.V" (SLH).
Ein neuer behindertengerechter Bus der Hannoverschen Verkehrsbetriebe (Üstra) holte von verschiedenen Haltepunkten in der Stadt behinderte Menschen ab und brachte sie zum Veranstaltungsgelände. Am Beispiel der Zusammenarbeit mit der Üstra wurde einerseits deutlich, welche Schritte bereits unternommen wurden, den ÖPNV barrierefreier zu gestalten, andererseits aber auch, was noch getan werden muß.
Grußworte der Schirmherrin der Veranstaltung Andrea Hammann (Behindertenbeauftragte der Stadt Hannover) und des Landesbehindertenbeauftragten Karl Finke eröffneten die Veranstaltung. Reden verschiedener Politiker des Rates und Stellungnahmen der beteiligten Initiativen wiesen nachdrücklich auf die Notwendigkeit eines Gleichstellungsgesetzes hin, dessen Entwurf vom Landesbehindertenbeauftragten bereits im Herbst letzten Jahres vorgestellt worden war. Der Jurist Horst Frehe, Sprecher des Deutschen Behindertenrates, nahm dazu nachdrücklich Stellung.
Das Einreißen der "Mauer der Diskriminierung" veranschaulichte die vorgetragenen Forderungen.Bei strahlendem Sonnenschein gab es danach Gelegenheit, bei Kaffee und Kuchen miteinander ins Gespräch zu kommen. Die lokalen Medien (Presse, Rundfunk, Fernsehen) berichteten über die Aktion.
Foto: Horst Frehe beim Einreißen der "Mauer der Diskriminierung"
(Copyright Benita Horst)
Ja, wir hatten ein sensationell guten Erfolg am 5. Mai: Ca. 250 Aktive und Zuschauer nahmen an unserer Veranstaltung teil. So kamen weit mehr Mitarbeiter aus den Werkstätten, als vorher angekündigt, was uns sehr erfreute. Fast alle eingeladenen kommunalpolitischen Prominenten, einschließlich unserer Bundestagsabgeordneten Annette Faße erschienen und hielte Ansprachen. Die Rufe nach Gleichstellungsgesetzen in Bund und Land wurden unüberhörbar von Behindertensprechern formuliert. Gleichwohl hatte unsere Rede mehr kommunalen Charakter, da auch vor Ort vieles getan werden könnte und müsste.
Mit unserer 1,50 m hohen "Mauer" erregten wir mächtig aufsehen und konnten manchen Passanten über die diskriminierenden Barrieren im Leben Behinderter aufklären. Ein großer Trommelwirbel leitete um 3 Minuten vor 12 Uhr den Umsturz der Mauer ein.
Trotz dieser für uns großartigen Demonstration hielt sich das Interesse der Presse leider sehr in Grenzen. Obwohl sämtliche Blätter angeschrieben und eingeladen wurden, erschien nur von den Cuxhavener Nachrichten ein Journalist.
Soweit ein kurzer Bericht aus dem Landkreis Cuxhaven. Dieser Tag hat für uns alle sehr viel gebracht. Es wird mit Sicherheit im nächsten Jahr eine Neuauflage geben, vielleicht in anderer Form.
ISL e.V. Interessenvertretung 'Selbstbestimmtes Leben' in Deutschland e.V.
Die Mauer in den Köpfen muß weg!
Impressionen des 5. Mai aus Kassel
5. Mai 2000, später Vormittag in der Kasseler Innenstadt: Ein frisch vermähltes Brautpaar posiert wie schon so viele zuvor auf der Rathaustreppe zum Foto. Sie drängen sich in die linke Ecke der Freitreppe, um dem großen Plakat "Sind Sie etwa normal?" zu entgehen. Das grüne Plakat ist neben vielen anderen zum Teil selbstgemalten Kunstwerken Bestandteil der aufgebauten "Mauer der Diskriminierung". Mit Slogans wie "Schafft Treppen und Vorurteile ab!" und "Weg mit den Mauern in den Köpfen!" machen behinderte Menschen auf die unterschiedlichen Formen ihrer alltäglichen Diskriminierung aufmerksam. Zu heißen Samba-Rhythmen pfeifen, trommeln und demonstrieren etwa 100 Menschen für ein Gleichstellungsgesetz und ziehen die Aufmerksamkeit der Kasseler Bevölkerung auf sich.
Gegen 12.00 Uhr heißt es dann: "Die Mauer der Diskriminierung muß weg! Wir brauchen ein Gleichstellungsgesetz mit einklagbaren Rechten!" Dies ist der Startschuß für das Einstürzen der Pappmauer - übrigens mit unseren eigenen "Waffen". Denn die Kartons werden mit Hilfe von Blindenstöcken, Krücken, Fußrasten und dem E-Rolli unter großem Jubel zu Fall gebracht. Am Rande der Demonstration beklagt eine junge Frau mit sogenannter geistiger Behinderung: "Ich will auch heiraten, aber man traut es mir nicht zu. Ich werde es mir aber nicht verbieten lassen." Recht hat sie!
PARITÄTISCHE Regionalstelle, Magdeburg/Schönebeck
"Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden"
Die PARITÄTISCHE Regionalstelle Magdeburg/Schönebeck organisierte mit ihren Mitgliedsorganisationen zum 5. Mai eine Protestaktion im Stadtzentrum von Magdeburg. Dazu wurde am 3. Mai der Presse das Anliegen des Aktionstages verdeutlicht.
27 Personen, Vertreter von Behinderteneinrichtungen, der Presse, des Rundfunk und Fernsehen waren zugegen. Aber auch Mitglieder des Stadtrates, welche mit uns über die Probleme der Umsetzung zur Gleichstellung diskutierten. Begleitet wurde die Pressekonferenz durch eine Ausstellung der Behinderten. Sie zeigten Materialien, welche in der Freizeit oder in Beschäftigungsmaßnahmen angefertigt wurden.
Am 5. Mai zum Aktionstag selbst waren ca. 300 Betroffene und Vertreter von Behindertenverbänden im Stadtzentrum vor dem Karstadt-Kaufhaus präsent. Auf einer großen Präsentationswand wurden die Forderungen noch einmal sichtbar. Selbst erstellte Flugblätter und Handzettel, sowie die beklebten Äpfel wurden an die Bürger verteilt. Auch hierbei waren wieder die Presse, Rundfunk und Fernsehen zugegen. Gegen Mittag wurde live ein Radio-Interview gegeben.
Unterstützt wurde unsere Aktion auch vom Behindertenbeauftragten der Stadt Magdeburg und den Mitarbeitern des Karstadt-Hauses selbst, die Tische, Stühle und Sonnenschirme zur Verfügung stellten und einzelne Plakatwände für uns mit gestalteten. Alle Beteiligten schätzten diese Aktion als sehr gelungen ein und forderten deshalb eine Wiederholung dieser Aktivitäten im nächsten Jahr.
TuWas e.V, Flensburg
Job-TV - Stellensuche im "Offenen Kanal"
Die Initiative "Job-TV" machte in den Offenen Kanälen von Kiel, Flensburg und Heide auf die Problematik Arbeitsuchender mit Behinderung aufmerksam. Die Betroffenen nutzten den Offenen Kanal zur selbständigen Suche nach einem Ausbildungs-, Praktikums-, Umschulungs- oder Arbeitsplatz. Nach Ausstrahlung der Sendung erhielten sie eine Aufzeichnungskassette, mit der sie sich unkonventionell bewerben können.
"Job-TV" ist ein schleswigholsteinweites Kooperationsprojekt des Eingliederungsfachdienstes Kiel, der Flensburger Initiative TUWAS e.V. und des Bildungswerks "anderes lernen, Heinrich-Böll-Stiftung" in Kiel. Der Kieler Landesbeauftragte für Menschen mit Behinderung, Dr. Ulrich Hase, hatte die Schirmherrschaft für "Job-TV" übernommen und war bei der Pressepräsentation anwesend.
Sybille G. (33) über Job-TV: "Die Aufnahmen waren für mich wichtig. Bisher liefen die Vorstellungsgespräche oft so ab, daß ich zu Beginn den Eindruck hatte, daß man erst jetzt meine Behinderung realisierte. Jetzt kann ich eine Videocassette schicken - und ein potentieller Arbeitgeber weiß von Anfang an, was los ist."
Außerdem wurden Filme über gelungene Beispiele der Integration von Menschen mit Behinderung in den Ersten Arbeitsmarkt gezeigt; ferner gab es Diskussionsrunden mit ExpertInnen und Betroffenen. Die InitiatorInnen werden dieses Projekt fortführen.
Nähere Information bei der Böll-Stiftung in Kiel (Tel.: 0431 - 98 64 610) oder TUWAS e.V. in Flensburg (0461 - 490 28 72). Ansprechpartner sind Volker Ciesla und Dieter Boßmann.
Arbeiterwohlfahrt, Bremerhaven
"Vom Schriftmuffel zum Buchstabenjongleur"
- so lautete der Titel eines Vortrags mit anschließender Diskussion zur Lese-Rechtschreibschwäche. Die Schwierigkeiten und Probleme der Kinder, die von dieser Teilleistungsschwäche betroffen sind, wurden mit Hintergrundinformationen über die Störung allgemein und ihre ergotherapeutischen und logopädischen Behandlungsmethoden dargestellt.
Zahlreiche Eltern, Lehrer und andere Interessierte erfuhren durch Beispiele aus der therapeutischen Praxis, wie man frühzeitig eine Lese-Rechtschreibschwäche erkennen kann. Außerdem wiesen die Vortragenden (3 Logopäden und eine Ergotherapeutin) darauf hin, wie wichtig es ist, die veränderte Wahrnehmung der betroffenen Kinder zu akzeptieren, damit vermieden wird, dass hieraus weitere Benachteiligungen resultieren.
"Auch ich bin manchmal sprachlos", die zweite Veranstaltung zur Aktion Grundgesetz, beschäftigte sich mit den psychosozialen Belastungen und Veränderungen der familiären Situation von Schlaganfall-Patienten und deren Angehörigen. Die eintretenden Veränderungen durch ein unverhofftes Ereignis wie z.B. den Schlaganfall und daraus resultierende Probleme wurden anhand von Beispielen dargestellt und erläutert: Verlust- und Versagensängste, grundlegende Lebensveränderungen, Stressfaktoren und Beziehungsprobleme sind nur einige der Themenbereiche, denen sich die Betroffenen stellen müssen. Keineswegs dürfen sich hierbei die Angehörigen selbst in die Rolle der Benachteiligten katapultieren. Nach Video-Beiträgen und Musik-Einspielungen entwickelte sich eine lebhafte Diskussion zwischen dem Therapeuten-Team (Psychologin, Logopäden und Ergotherapeuten) und dem Publikum.
Abschließend berichtete der ehemalige Schriftsteller und gebürtige Bremerhavener Hermann Gutmann - selbst von Aphasie betroffen- über seine Erfahrungen zum Thema Gleichstellung.
Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung Kreisvereinigung Herford e.V.
Kultur integrativ
Die Lebenshilfe Herford war Gastgeber einer überregionalen Kulturveranstaltung der Aktion Grundgesetz im Stadttheater Herford
"Lachen machen Momente fangen, Träume leben, Begegnungen schaffen - Impulse geben für eine dauerhafte Integration behinderter und nicht behinderter Menschen." Unter diesem Motto gastierten am 5. Mai behinderte und nicht behinderte Künstler im Herforder Stadttheater. In festlich ihrer wirkenden Trapezshow im Stil des Barock präsentierte Pat Cornell artistische Höchstleistungen auf Weltniveau. Der Pantomime Jomi beherrschte sein Handwerk perfekt. Sein Lehrer war der weltberühmte Pantomime Marcel Marceau. Die Tornados präsentierten eine temperamentvolle Rollschuh-Show, eingebunden in eine Geschichte um Liebe und Stolz. Illusionstheater Clownerie und Jonglage standen weiter auf dem Programm. Während einer "Kunstpause", die der Information über die Aktion Grundgesetz und die Belange behinderter Menschen in unserer Gesellschaft diente, rockte im Foyer die Bielefelder Werkhausband
Als gemeinsamer Veranstalter traten die Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung Kreisvereinigung Herford e.V. und die Bundesvereinigung der Lebenshilfe und die Landesverbände NRW und Niedersachsen der Lebenshilfe auf. Die Schirmherrschaft hatte Karl-Hermann Haack, der Behindertenbeauftragte der Bundesregierung übernommen.
Verein für Volkswohl e.V. Kassel
"Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg" so prangte es am 5. Mai über dem Baunataler Europaplatz. Und weil es mit der praktischen Umsetzung der Gleichstellung behinderter Menschen noch hapert, haben sich die Beschäftigten von Behinderten-Werkstätten aus der Umgebung dort zum Protesttag versammelt.
Das dort nicht nur gearbeitet wird, sondern auch sonst noch viel passiert zeigte die Combo der Diakonie-Werkstätten in Kassel und die Tanzgruppen der Waberner Werkstätten mit ihren Show-Acts.
Leider blieb die Resonanz was Zuschauer und Politiker anbelangt hinter den Erwartungen zurück. Dabei gibt es in der Kreisstadt Kassel heftige Kritik an der Barrierefreiheit, etwa bei der Benutzung der öffentlichen Verkehrsmittel oder bei einem Besuch im Kino, wo Rollstuhlfahrer in die erste Reihe fahren müssen, um dann mit steifem Hals das Kino wieder zu verlassen.
Arbeiterwohlfahrt Bremerhaven
Am 2. und 3. Mai fanden zwei gut besuchte Veranstaltungen im Rahmen der Aktion Grundgesetz im Reha- und Beratungszentrum Bremerhaven statt. "Vom Schriftmuffel zum Buchstabenjongleur" beschäftigte sich mit der Lese- und Rechtschreibschwäche und deren Behandlungsmethoden aus logopädischer und ergotherapeutischer Sicht. Therapeuten erläuterten ihre Behandlungskonzepte und wiesen auf die dringende Notwendigkeit der bisher rudimentären Vernetzung aller Beteiligten (Eltern, Lehrer, schulpsychologischer Dienst) hin.
Das zweite Projekt "Auch ich bin manchmal sprachlos" wandte sich an Patienten mit neurologisch bedingten Sprachstörungen und deren Angehörigen. Die Sprachstörung bzw. der ganzheitliche Sprachverlust, der oft mit Lähmungen einer Körperhälfte einhergeht, ist meist Folge eines Schlaganfalls. Urplötzlich verändert sich das ganze Leben: Viele Betroffenen beklagen die zunehmende Isolation und Angehörige sind mit der Pflege vielfach überfordert. Fachleute schilderten das Wechselspiel zwischen den physischen und der psychosozialen Faktoren. Das Gedicht einer Angehörigen, ein Erfahrungsbericht, die Einspielung eines Liedes und schließlich die Lesung eines betroffenen Journalisten zeigten mutmachende Wege in ein neues zufriedeneres Miteinander auf.
roll over e.V., Kassel
Anlässlich des Europäischen Protesttags zur Gleichstellung behinderter Menschen führte der Verein roll over am 6. Mai 2000 das " Festival barrierefreie Zukunft" durch. Ziel der Veranstaltung sollte sein, überregional Menschen zu diesem Festival einzuladen und auf die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen aufmerksam zu machen.
Zu diesem Zweck wurden bundesweit Einladungen verschickt mit dem Aufruf, an der Veranstaltung aktiv teilzunehmen. Dies wurde z.B. in Form von Informationsständen von anderen Behinderten-Initiativen verwirklicht. Die Stände wurden zu einem kleinen Markt arrangiert, der sich um das Festival-Gelände erstreckte. Der Markt zog die Aufmerksamkeit vieler Besucher auf sich, so dass es zu angenehmen Diskussionsbeiträgen und einem Informationsaustausch kam. Einen besonderen Blickfang bildete der Stand der Bundesvereinigung Lebenshilfe Marburg, sie präsentierten und verkauften dort ihre selbst erstellten T-Shirts.
Außergewöhnlich positiven Anklang fand die Fotodokumentation, die zentral in der Mitte des Geländes aufgestellt war. Viele Besucher/Innen nahmen sich die Zeit, jedes einzelne Foto genau zu betrachten und z.T. auch Fragen an uns diesbezüglich zu formulieren. Auf den Bildern waren alltägliche Barrieren von behinderten Menschen abgebildet: Treppen, Aufzüge ohne Sprachausgabe, nicht zugängliche Straßenbahnen und vieles mehr. Zusätzlich wurden aber auch positive Lösungsmöglichkeiten dargestellt, wie zum Beispiel flache Rampen.
Im Nachhinein sind wir der Meinung, dass eine Fotoausstellung sehr gut die Belange und Bedürfnisse von Menschen mit Behinderung darstellt und nichtbehinderte Menschen dafür sensibilisiert. Daher ist von uns angedacht, diese Ausstellung weiter zu ergänzen und bei weiteren Anlässen/ Veranstaltungen auszustellen.
Als ein Höhepunkt wurde ein Hockeyturnier angekündigt, leider erschien eine der Mannschaften nicht und teilte uns den Grund dafür auch erst einige Zeit nach der Veranstaltung mit. Aus diesem Grund wurden leider nur wenige Spiele auf dem Hockeyfeld durchgeführt. Zudem war es an diesem Tag äußerst warm, so dass viele Besucher/Innen ein kühles Getränk an dem Getränkestand vorzogen.
Musikalisch begleitet wurde das Festival von den Michelsbacher Spatzen, einer Band, in der hauptsächlich Menschen mit sogenannter geistiger Behinderung spielen. Trotz der Hitze wurden sie nicht müde, ihre Songs mit viel Engagement zu spielen. Immer wieder schafften sie es, das Publikum zum Mitsingen und Mitschunkeln zu animieren. Es machte viel Spaß, der Band beim Spielen zuzuschauen.
Heilpädagogisches Centrum Augustinum Hannover GmbH (HPCA)
Zum internationalen Tag der Gleichstellung lud die HPCA Hannover GmbH und die Zeitschrift PARTIZIP zu einem Round-Table Gespräch mit dem Thema "Arbeit und Behinderung" ein.
Das Gespräch fand am 05.06.2000 von 18:00 - 20:00 Uhr in Hannover statt. Für diese Veranstaltung wurde mit Aushängen und persönlichen Einladungen an Arbeitgebervertreter, Behindertenverbände, Presse und interessierte Betroffene geworben. Unter dem Motto "Wir wollen Ihnen die Gleichstellung schmackhaft machen", wurden Obstteller gereicht. Info-Flyer der "Aktion Mensch" lagen aus. Vertreter aus Politik, Medien, Behindertenverbänden und Wirtschaft diskutierten mit arbeitssuchenden Menschen mit Behinderungen.
Ziel der Gesprächsrunde war es, Chancen und Risiken der gegenwärtigen Arbeitsmarktsituation für Behinderte aufzuzeigen. Die Werkstatt für Behinderte kann nicht die alleinige Alternative für eine berufliche Eingliederung in das Erwerbsleben bilden. Allein in der Region sind 7.000 arbeitslose Menschen mit Behinderungen beim Arbeitsamt registriert. Diese Zahl ist trotz verbesserter Arbeitssituation seit Jahren konstant. Ein Eingliederungsfachdienst in privater Trägerschaft wird unter Hinweis auf noch nicht abgeschlossene Modellversuche durch die Arbeitsverwaltung und die Hauptfürsorgestelle verhindert. Hier wird mit Spannung auf die Anderung des Schwerbehindertenrechts und die dann zu erfolgende Umsetzung in Niedersachsen gewartet.
Integrative Beratungs- und Begegnungsstätte für Behinderte e.V.,
Gemeinsam Wohnen e.V., Bielefeld
"Wir stehen auf Bielefeld. Und wir stehen auf eigenen Füßen." Mit diesem Motto wird auf einem neuen und Bürgern mit Behinderung mitgestaltetem Flugblatt für die Gleichstellung geworben. "Es soll Betroffenen Mut machen, ihr Leben selbst zu bestimmen", so die Verantwortlichen der sechs am Aktionstag beteiligten Verbände.
Um fünf vor zwölf starteten die Aktivisten mit Trommelschlägen den Aktionstag. Unterstützt wurden sie dabei von Schülern örtlicher Schulen. Anschließend rissen Sie die Mauer der Diskriminierungen ein, wie z.B. die schwere Zugänglichkeit des Bielefelder Hauptbahnhofes, der für Rollstuhlfahrer ohne fremde Hilfe nur über den Lastenaufzug zugänglich ist. Im weiteren Verlauf des Tages hatten interessierte BürgerInnen noch Gelegenheit, an unterschiedlichen Infoständen Eindrücke über den Alltag von behinderten Menschen zu sammeln und sich über die Möglichkeiten ihrer Eigenständigkeit zu informieren.
Freizeit- und Begegnungsstätte KIEK-IN und SELAM-Lebenshilfe gGmbH, Oldenburg,
Vom Lefferseck zu Rathaus zogen 300 Teilnehmer trommelnd und pfeifend, um anschließend auf dem Rathausplatz in einer Kundgebung auf die Diskriminierungen für behinderte Menschen aufmerksam zu machen. In Zusammenarbeit mit anderen Einrichtungen wurden Kritikpunkte herausgefiltert: So z.B. der schwer zugängliche öffentliche Personennahverkehr, der mangelnde Wohnraum für Rollstuhlfahrer und der unzumutbare Zustand der öffentlichen Toiletten. "Dabei würden Verbesserungen oft gar kein Geld kosten", so der Geschäftsführer der Selam- Lebenshilfe.
Musikalisch unterhalten wurden die Zuschauer am Abend durch die Gruppe "Tabuwta" der Lebenshilfe Grafschaft Bentheim und von DJ Carlo.
Mixed-Pickles, Verein für Mädchen und Frauen mit und ohne Behinderungen in Schleswig- Holstein, Lübeck
"Behindert ist man nicht - behindert wird man"
So lautete ein Slogan des diesjährigen Europäischen Protesttages zur Gleichstellung behinderter Menschen am 5. Mai.
In Lübeck gestalteten zu diesem Anlass Einrichtungen der Behindertenhilfe, Projekte und Initiativen vom 10 bis 17 Uhr den Lübecker Marktplatz, um über bestehende Diskriminierungen, aber auch über örtliche Angebote zu informieren.
Mixed-Pickles, Verein für Mädchen und Frauen mit und ohne Behinderungen beteiligte sich mit einem Infostand und einem bunten Aktionsprogramm.
So zum Beispiel mit der "Mauer der Barrieren", die im Rahmen einer bundesweiten Aktion, zeitgleich in verschiedenen Städten zum Einsturz gebracht wurde. In Kooperation mit örtlichen Schulen hatten engagierte Mädchen und Frauen zuvor 400 Schuhkartons bemalt und beschriftet, mit allem was im Alltag als behindert erlebt wird, z.B. Barrieren in öffentlichen Verkehrsmitteln, Amtern Freizeiteinrichtungen aber auch die Barriere im Kopf. Die gestapelten Kartons ergaben schließlich eine beeindruckende Mauer, die mit viel Begeisterung niedergerissen wurde. Um Behinderte hautnah zu erleben, waren Passanten auf dem Lübecker Marktplatz zudem eingeladen, behindernde Bedingungen einmal mit dem Rollstuhl zu er- fahren. Anschließend starteten mehrere Mädchengruppen zu einer Rollstuhlralley durch die Stadt, bei der es galt, sowohl Straßen, Fußwege und Plätze, als auch öffentliche Verkehrsmittel und Einrichtungen auf ihre Barrierefreiheit zu überprüfen. Nicht zuletzt die Beteiligung von Mädchen mit und ohne Behinderung an dieser Aktion brachte einen angeregten Erfahrungsaustausch, der auch nach dem 5. Mai Fortsetzung fand und findet.
Diakonischen Werkstätten, Minden
Kein HINDERUNGSGRUND
Gemeinsame Ausstellung von Kunstschaffenden aus den Diakonischen Werkstätten Minden ("Werkstatt für Behinderte") und Mitgliedern der Mindener Künstlervereinigung "der regenbogen",
27.04. - 05.05.2000 in der Bürgerhalle im Rathaus in Minden.
Eröffnung der Ausstellung: 27.04.00, 11.00 Uhr
Neue Horizonte durch Dialog; die Kunstschaffenden von "der regenbogen" und den Diakonischen Werkstätten Minden werden uns davon berichten.
Malen "Behinderte" behinderte Bilder? Schauen Sie!
be-hindert, ge-hindert, was widerfährt wem von wem? Doch auch: Wo hindere ich mich selbst? Die ausstellenden Kunstschaffenden haben sich nicht hindern lassen und auch nicht selbst gehindert. Wie das kam? Fragen Sie!
KEIN HINDERUNGSGRUND also, sich künstlerisch zu betätigen und mitzuteilen.
"Ganz Normal"
Ein Filmprojekt der Medienwerkstatt Minden-Lübbecke
Vier Tage lang begleitete die Medienwerkstatt Minden-Lübbecke Viviana, ein dreizehnjähriges Mädchen bei ihrem Schulalltag an der Schule am Buschkamp, einer Schule für geistig behinderte Kinder und Jugendliche.
Der Film zeigt Vivianas Ankunft morgens um 8.15 Uhr mit dem Schulbus und das anschließende Frühstück. Zeitliche Orientierungsmuster werden von ihr eingeübt, ebenso wie das Singen und Turnen. Pikieren von Fleißigen Liesschen im Sachunterricht, Lesen- und Schreiben lernen in der Kleingruppe bis hin zum Entspannen im Snoezzle-Raum, anschließendem Mittagessen und die Abfahrt um 15.30 Uhr beenden Ihren Schultag. All das zeigt der Film, der methodisch den Anspruch hat zu übermitteln, dass das Leben und der Alltag Behinderter als etwas ganz Normales empfunden werden kann, dass die starken Seiten und nicht die defizitären im Vordergrund stehen sollen.
Der Film wurde nach seiner Fertigstellung unter großem Beifall am Aktionstag sowohl geladenen Gästen als auch der Öffentlichkeit vorgestellt. Er war eingebettet in ein kleines kulturelles Rahmenprogramm.
Landesverband der Schwerhörigen und Ertaubten Niedersachsen e.V.
Hören ist schön... teuer!
Der Deutsche Schwerhörigenbund (DSB) hat sich bundesweit für das Jahr 2000 das Ziel gesetzt, die Zuzahlungen bei der Hörgeräteversorgung zu minimieren. Zur Durchsetzung dieses Ziels hat der Landesverband der Schwerhörigen und Ertaubten Niedersachsen e.V. in Zusammenarbeit mit dem Bund der Schwerhörigen und Ertaubten Hannover e.V. mit seiner Aktion am 05.05.00 beizutragen versucht.
Von "Selbstbestimmt leben Hannover e.V." wurde eine gemeinsame Aktion aller Behinderten am Platz an der Marktkirche in Hannover organisiert. Dieser Aktion haben wir uns angeschlossen.
Gemeinsam haben wir einen Info-Stand aufgebaut und über unser Thema informiert:
- Mit eigens für diesen Zweck anfertigten Stellwänden und daran befestigten Blanko-Plakate der Aktion Grundgesetz, die wir mit eigenen Texten zum Thema Hörgeräte-Kosten beschriftet hatten.
- mit vielen Info-Zetteln zu unserem Thema, aber auch über unsere Vereinsarbeit sowie weitere Angebote für schwerhörige Menschen in Hannover.
- Wir sammelten erfolgreich viele Unterschriften gegen die Festbeträge für Hörgeräte.
- Wir nutzten die vom Organisator "Selbstbestimmt leben Hannover e.V." allen teilnehmenden Gruppen gebotene Möglichkeit, mit einer Rede ihre speziellen Probleme darzustellen,
- Weiterhin hatten wir erfolgreiche Gespräche zu Medienvertretern, aber auch zu Landes- und Kommunalpolitikern, bei denen Verständnis für unsere Proteste wecken konnten.
- Wir beteiligten uns auch an der Mauer aus Kartons, in der wir die bestehenden Kommunikationsbarrieren verdeutlichten.
Allgemeiner Gehörlosenverein Oldenburg
Der erste öffentliche Auftritt des AGV in der Oldenburger Innenstadt
Wir wollten den 5. Mai nicht verpassen und machten mit, indem wir vom Allgemeinen Gehörlosenverein Oldenburg einen Info-Stand in der Oldenburger Innenstadt am Leffers-Eck aufstellten. Am Morgen haben die Vorbereitungen begonnen, so dass wir zum ersten Mal in der Öffentlichkeit starten konnten. Mit der Zeit wurden es immer mehr Menschen in der Stadt und manche kamen interessiert zu unserem Stand und schauten auf die vielen Plakate und Informationsmaterialien. Wir informierten Sie über uns. Manche waren erstaunt und uninformiert. Die Tatsache etwa, dass wir einen Dolmetscher benötigen und die Dolmetscherkosten selbst tragen müssen war den meisten nicht bewusst.
An diesem Tage haben wir auch eine Fragebogenaktion gestartet, in der wir Hörende gebeten haben mitzumachen. Wir haben Fragen gestellt wie z.B.: "Kennen Sie Gehörlose?", "Was für einen Eindruck haben Sie von Gehörlosen?" oder "Können Sie Situationen nennen wo Gehörlose die größten Schwierigkeiten haben?". Mit diesen Ergebnissen können wir genau da anfangen zu arbeiten, wo Öffentlichkeitsarbeit am dringendsten ist.
Lebenshilfe für Behinderte, Bordesholm-Nortorf
Der Versuch, die Berührungsängste zu nehmen, ist das erklärte Ziel des Freizeitclubs Lebenshilfe. Um fünf vor Zwölf zogen seine Mitglieder mit Trommelwirbeln durch die Bordesholmer Fußgängerzone. Aktionen wie ein Rollstuhl Parcours, Glücksrad und eine Buttonmaschine halfen jede Menge interessante Gespräche mit Passanten zu führen. Insbesondere Kinder zeigten wenig Berührungsängste sich in einen Rollstuhl zu setzen und "mal zu fühlen" wie das ist.
Harz-Weser-Werkstätten Osterode
Mit Pfeifen und Rasseln, Luftballons und Plakaten zogen am 5. Mai 2000 etwa 250 Mitarbeiter der Harz-Weser-Werkstätten von der Werkstatt am Rotemühlenweg in die Innenstadt. Mit sich führten sie einen großen Stein des Anstoßes. Am Europäischen Protesttag zur Gleichstellung behinderter Menschen wollten sie mit dieser Aktion auf die noch lange nicht verwirklichte Gleichstellung behinderter Menschen aufmerksam machen.
In einer Kundgebung auf dem Kornmarkt, die von der Harz-Weser-Band umrahmt wurde, erklärte die Vorsitzende des Werkstattrates Osterode, Inge Kruppa, was sie unter Gleichstellung versteht. Die Bezahlung der Arbeit in den Werkstätten müsse durch eine Grundlohnsubventionierung gewürdigt werden. Auch müssten behinderte Menschen mehr Chancen auf dem freien Arbeitsmarkt erhalten. Sie forderte die Firmen auf, mehr Arbeitsplätze für diesen Personenkreis zur Verfügung zu stellen. Letztlich ginge es hier wie auch an vielen Stellen des öffentlichen Lebens um die Gleichstellung in den Köpfen der Menschen. "Behindert ist man nicht, behindert wird man!" drückte sie es mit einem Slogan der Aktion Grundgesetz aus und machte das an vielen Beispielen deutlich: "Es ist doch eine Behinderung, wenn man in viele Geschäfte, Arztpraxen und Behörden mit dem Rollstuhl nicht hineinkommt." Aber nicht nur für Rollstuhlfahrer gebe es viele Hindernisse. Sie forderte allgemein mehr Verständnis für die Bedürfnisse behinderter Menschen.
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Postleitzahlen 4-5
Verein der Hörgeschädigten, Mönchengladbach und Umgebung e.V.
Zum diesjährigen Aktionstag der Aktion Mensch hatte der Verein der Hörgeschädigten zu einer groß angelegten Podiumsdiskussion am 6. Mai eingeladen. Es ging um Wünsche, Probleme und Bedürfnisse hörgeschädigter Senioren, die besonders nach dem Übergang in den Ruhestand der Kommunikation einen besonderen Stellenwert beimessen, um nicht in die Isolation zu geraten. Vertreten waren natürlich die Betroffenen selbst, dabei sowohl Mitglieder des Vereins als auch sehr viele Gäste. Insgesamt konnte der Verein an diesem Nachmittag fast 100 Gäste begrüßen. Versierte Fachleute stellten sich im Podium den Fragen der Besucher. Grundlage der Veranstaltung war eine zuvor durchgeführte Umfrage über die Wünsche und Bedürfnisse der Hörgeschädigten, überwiegend Senioren.
Wohn Mobil, Köln
Unsere Aktion:
In der Kölner Fußgängerzone haben wir eine Veranstaltung und Informationsstände unter dem Motto "Reißt die Mauern der Diskriminierung ein" gestaltet. Unter großem Getöse wurde eine Mauer aus Kartons, die von uns gestaltet und beschriftet worden war, eingerissen. Zusätzlich haben wir an Informationsständen die Passanten informiert und ihnen unser Anliegen näher gebracht.
Beteiligte Organisationen
- European Down Syndrom Assoziation, Ortsgruppe Köln, Bruno Hinz, Im alten Kram 6, 51789 Lindlar
- Interessensvertretung für Anfallskranke Köln e.V., Gabriele Hürten, Münchner Str. 14, 51103 Köln
- Wohn mobil, Beratungsstelle für Wohnraumanpassung, Paritätische Sozialarbeit Köln e.V., Marsilstein 4, 50676 Köln
- Zentrum für selbstbestimmtes Leben e.V. An der Bottmühle 2 - 15, 50678 Köln
Der Paritätische, Witten
Musik von Dáccord als Publikumsmagnet
Unsere Aktion fand am 5.5.2000 zwischen 10 und 16 Uhr in der Wittener Fußgängerzone am zentralen Dortmunder Platz statt. Wir verfügten über zwei Pavillons und zusätzliche freistehende Infotische. Direkt neben den Pavillons war die Musikgruppe Dáccord plaziert. Ihr Programm bestand aus Swing, Schlagern und Evergreens.
Um 12 Uhr fand eine Pressekonferenz mit den Veranstaltern zum geplanten SGB IX statt, an der auch Vertreter des Blinden- und Sehbehindertenvereins Witten e.V. teilnahmen. Pressevertreter der Westdeutsche Allgemeinen und der Ruhrnachrichten waren anwesend und erhielten Pressemappen.
Vertreter der Gruppen berichten über die alltäglichen Probleme behinderter Menschen. An den Pavillons und Infotischen waren Plakate der Aktion Grundgesetz befestigt und das komplette Infomaterial ausgelegt. Das Chistopherushaus zeigte eine Computerbildschau. Angelockt durch die Musikgruppe ergaben sich persönliche Gespräche mit Passanten, an die über 600 Flugblätter zu Aktion Grundgesetz verteilt wurden.
Die Veranstaltung wurde durchgeführt von:
- Bundesselbsthilfeverband kleinwüchsiger Menschen
- Christopherushaus Witten e.V.
- KISS Witten (Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfe)
- Kreis der Mütter behinderter Kinder und der Frauen mit Behinderungen
- Patientinnenmodell für Einelternfamilien mit behinderten Kindern
- Paritätischer Wohlfahrtsverband Kreisgeschäftsstelle Ennepe- Ruhr
Bundesverband Herzkranke Kinder e.V., Aachen
Zirkus mit der Maus für herzkranke Kinder
Am 5. Mai - gleichzeitig Tag des herzkranken Kindes und Protesttag zur Gleichstellung Behinderter - veranstaltete der Bundesverband Herzkranke Kinder (BVHK) in Düsseldorf eine bunte Kindergala in Roncalli's Apollo Varieté.
Christoph Biemann aus der "Sendung mit der Maus" führte durch das Programm. Vor dem Theater verteilte der BVHK zusammen mit der "Aktion Kinderherz" Äpfel mit dem Aufkleber "Wir machen Ihnen die Gleichstellung schmackhaft". Gespräche mit Passanten zeigten uns, dass die Aktion Grundgesetz ein geeignetes Projekt ist, um in der Öffentlichkeit Problembewußtsein für herzkranke Kinder und alle anderen Mitmenschen mit Handicap zu wecken. So kann Artikel 3, Absatz 3 des Grundgesetzes mit Leben erfüllt werden.
Herzkranken Kindern werden die Leistungen aus der Pflegeversicherung häufig verweigert, die Einstufung im Schwerbehindertenrecht wird nach wie vor nicht bundeseinheitlich gehandhabt und ist Auslegungssache der einzelnen Versorgungsämter. "Ich hab` etwas, was Du nicht siehst" sehen wir als ein Leitmotiv an.
Sozialverband Deutschland, Bonn
Für eine barrierefreie Bahn - Bahn für alle
Adressiert an die Deutsche Bahn AG lud der Sozialverband Deutschland zur Protestaktion am 5. Mai auf den Vorplatz des Kölner Hauptbahnhofes ein. Denn: Trotz aufwendiger Umbaumaßnahmen der Bahnhöfe müssen Bahnreisende Rollstuhlfahrer häufig immer noch abenteuerliche Barrieren vor Ihrem Reiseantritt in Kauf nehmen.
Auf dem Bahnhofsvorplatz wurde zur Verdeutlichung dieser Problematik eine 12 Quadratmeter große Attrappe aufgebaut, anhand derer Rollstuhlfahrer per Hublift die vielfach schwierige oder unmögliche Zugänglichkeit von Zügen demonstrierten.
Pro Mobil - Verein zur Förderung Behinderter für den Kreis Mettmann e.V.
Zum Europäischen Protesttag zur Gleichstellung behinderter Menschen gab es im Langenberger Bürgerhaus eine gemeinsame Tanz- und Musikveranstaltung für und von Menschen mit und ohne Behinderung.
Die integrative Band der Musikschule Bochum "Just for fun" machte den Auftakt mit weltbekannten Songs. Der Enthusiasmus der Musiker schwappte auch ins Publikum über. Der Velberter Jugendchor erfreute die Zuschauer mit bekannten Gospels. Im Anschluss folgte eine Darbietung der Tanzcompany DIN A 13, bei der die Annäherung zwischen Menschen mit und ohne Behinderung künstlerisch zum Ausdruck gebracht wurde. Den Abschluß bildete das Duo "Musica al dente". Die blinde Pianistin und die Sopranistin, die auch durch ihr schauspielerisches Talent bestach, eroberten die Herzen der Zuschauer im Sturm.
Lebenshilfe Interessengemeinschaft Behinderter Moers e.V.
Die Lebenshilfe Moers beteiligte sich mit einem Informationsstand und dem extra für diesen Tag entworfenen Infoblatt an der bundesweiten Aktion. Bei gutem Wetter gab es an der zentralsten Stelle der Stadt Moers, dem Königlichen Hof, reichlich Laufkundschaft. Auf Einlandung erschien auch- kurz vor der Landtagswahl- viel politische Prominenz. Bei den Gesprächen mit Passanten zeigte sich, dass immer das Bild vom Rollstuhlfahrer die Wahrnehmung behinderter Menschen prägt. Die Probleme geistig und mehrfach Behinderter geraten schnell in den Hintergrund.
Die Moerser Lebenshilfe bewertet die Aktion als Erfolg und nimmt sie zum Anlass, verstärkt in die Öffentlichkeit zu gehen. So wurde Material der Aktion Grundgesetz auch am Samstag den 3.Juni bei einem Infostand im Rahmen des Landesturnfestes eingesetzt.
Jugend- u. Körperbehindertenhilfe e.V., St. Augustin
Zauberer, Clowns, Fakire und Akrobaten - bei den Vorstellungen zum Ende des Zirkusprojektes an der Rheinischen Schule für Körperbehinderte St. Augustin gab es alles, was ein guter Zirkus braucht. Dokumentiert wurden die großartigen Vorstellungen, die herausragenden Leistungen und den Spaß den die SchülerInnen dabei hatten in einer Fotoaussstellung. Aus den großformatigen Farbfotos wurde eine Ausstellung in einem nahegelegenen Einkaufszentrum erstellt, die zum bundesweiten Aktionstag am 5. Mai eröffnet wurde. Zur Ausstellungseröffnung riefen Schüler der Trommel- Arbeitsgemeinschaft der Schule mit ihren Instrumenten zur Gleichstellung Behinderter auf.
Lebenshilfe Viersen e.V.
Der Europäische Protesttag dauerte in Viersen zwei Tage: am 5. Mai standen wir in Süchteln und am Tag darauf in Alt-Viersen und haben Blumen verteilt und Unterschriften gesammelt. Unser Infostand war teilweise stark umlagert und wir hatten viele Fragen zu beantworten. Unser Infostand war an beiden Tagen von Wahlwerbeständen der CDU und der SPD umrahmt. Viel Besucher wollten aber mit den Wahlen und den Parteien nichts zu tun haben. Uns wurde dadurch die Ansprache der Menschen erschwert.
Lebenshilfe Obere Nahe, Idar-Oberstein
Bei strahlendem Sonnenschein erlebten wir einen spannenden Informationstag, der aktiv von Betreuten mitgestaltet wurde. Bewohner unseres Wohnheims gestalteten die grünen Plakate mit Text und Collagen. Zwei Tanz- und fünf Musikeinlagen wurden einstudiert und mit viel Applaus bedacht. Die Thesenproklamation unseres Werkstattrates brachte die politischen Forderungen und Wünsche der Beschäftigten auf den Punkt.
Für richtige Action sorgte unser Trommelwirbel den unsere behinderten Menschen gemeinsam mit der Modern Music School in brasilianischen Salsa- Rhythmen aufführten.
Die anwesenden Zuschauer und Standinhaber - am gleichen Wochenende veranstaltete die Interessengemeinschaft des Einzelhandels einen Maimarkt - waren so begeistert, dass ein Restaurant uns spontan mit drei Kisten Getränken versorgte und eine ortsansässige Pizzeria alle behinderten Akteure zum Essen einlud.
Auch einen kleinen lokalpolitischen Erfolg konnten wir verbuchen:
Im Januar 2000 wurde in Idar-Oberstein das neue Stadttheater eröffnet. Der Umbau der alten Festhalle zum Theater kostete insgesamt rund sechs Millionen Markt und ist insgesamt recht gelungen, bis auf die Tatsache, dass man leider mal wieder nicht rollstuhlgerecht geplant hatte. Auch dies war eines unserer Plakatthemen gewesen. Durch die Initiative einer Mitarbeiterin unseres Elternarbeitskreises ist diese Angelegenheit noch einmal aufgegriffen worden.
Bereits am 25. Mai erreichte die Geschäftsführung der Anruf eines Mitarbeiters der Stadtverwaltung, der sich bei uns Adressen und Infos zum Thema "Plattformlifte" einholte. Wir hoffen nun, dass Nachbesserungen zügig auf den Weg gebracht werden.
Auch die Kirchengemeinde Peter und Paul hat sich bereits weiterreichendere Gedanken gemacht. In der Verwaltungsratssitzung vom 24. Mai wurde ein anwesender Architekt damit beauftragt, einen Planungsentwurf zum Bau einer Rollstuhlfahrerrampe für den Haupteingang anzufertigen. Zumindest auf lokaler Ebene glauben wir mit unserer Aktion Steine ins Rollen gebracht zu haben. Auf jeden Fall sind wir im nächsten Jahr wieder mit dabei.
Westfalenfleiß GmbH Gemeinnützige Werkstätten, Münster
Zum wiederholten Male hat sich die Westfalenfleiß mit einem Pfeifkonzert vor dem Münsteraner Rathaus im Rahmen des bundesweiten Protesttages zum Europatag am 5. Mai Gehör verschafft. Mehr als 100 Menschen belagerten mit Rasseln und Trillerpfeifen den Prinzipalmarkt und gaben ein ohrenbetäubendes Pfeifkonzert, um damit auf die Benachteiligung von Menschen mit Behinderungen aufmerksam zu machen.
Auf leuchtend rot- grünen Umhängetafeln und Plakaten waren Forderungen, Wünsche und Vorschläge zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung zu lesen, die gebündelt in einem Forderungskatalog der Münsteraner Bürgermeisterin übergeben wurden. "Mensch nach Maß?", so lautete das Gesamtmotto der Aktion. Und so wurden einige Forderungen, die Menschen mit Behinderungen während einer Umfrage bei der Westfalenfleiß selbst aufstellten, auf eine lange Messlatte geheftet. Die Bürgermeisterin nahm diesen symbolischen Maßstab zum Anlass, mit den Demonstranten ins Gespräch zu kommen und versprach, sich verstärkt für Menschen mit Behinderungen einzusetzen.
Bund Dt. Pfadfinder e.V., Dortmund
Kunstausstellung: "Schöne Aussichten"
Die Kunstausstellung wurde am 5. Mai der lokalen Presse vorgestellt.
Der Hintergrund:
Der Florian - der Fernsehturm im Herzen Westfalens - zählt zu den Wahrzeichen Dortmunds und gehört zu den auch überregional bekannten touristischen Anziehungspunkten dieser Stadt. Der Fernsehturm verfügt im oberen Turmbereich über ein attraktives, sich drehendes Restaurant. Seit Neueröffnung (Reparatur) des drehbaren Turmrestaurants ist es Rollstuhlfahrern und gehbehinderten Menschen aus Gründen des Brandschutzes nicht mehr gestattet, Turm und Turmrestaurant zu besuchen. Diese "Behinderung" ist ein markantes Sinnbild dafür, dass freier/ barrierefreier Zugang zu öffentlichen Gebäuden und Einrichtungen immer noch nicht selbstverständlich ist.
Die Künstlergruppe K1 - eine Gruppe bEHINDERTER und Fußgänger - hat das weithin bekannte Logo des Dortmunder Fernsehturms als Ausstellungsplakat an die Hausfassade des Edward-Clement-Hauses gebracht. Um den Slogan "Wir müssen leider unten warten" zu verstärken, wurde im Garten des Edward-Clement-Hauses eine großformatige Plakatwand errichtet, die mit diesem Slogan versehen war. Darüber hinaus wurden weitere Plakatwände mit den Begriffen "Heimvorteil", "Abseits" und "Abstieg" beschriftet. Die Begriffe wurden bewusst aus dem Wortschatz des in Dortmund hochgeschätzten Fußballs entlehnt. Sie sollen in der Kunstausstellung "Schöne Aussichten" auf die Situation behinderter Menschen hinweisen.
Arbeiterwohlfahrt Unterbezirk Ennepe-Ruhr, Gevelsberg
"Rock für die Gleichstellung"
Die AWO Ennepe-Ruhr und der Club für Lebenshilfe hatten am 5. Mai zur Aktion "Rock für die Gleichstellung aufgerufen. Auf dem Untermarkt in Hattingen rockten die Bands "Der Spalter7" und "Nokta" des Bildungswerks der ev. Stiftung Volmarstein am späten Nachmittag. Die Musiker der Bands - selbst mit Behinderungen - forderten lautstark "Gleichstellung jetzt".
Europäische Down-Syndrom Assoziation Deutschland e.V.
Gemeinsam mit dem Zentrum für Selbstbestimmtes Leben und dem Wohn Mobil hat die EDSA am 5. Mai eine Aktion auf dem Hans-Hartmann-Platz in Köln organisiert. Wir haben eine Kartonwand errichtet, die mit Plakaten "Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden" Art. 3 ABS. 3 GG beklebt waren und die während der Aktion eingerissen wurde. Sinnbildlich gedacht, um die leider immer noch herrschenden Vorurteile niederzureißen und zu beseitigen.
Wir haben Informationsmaterialien an Passanten verteilt und sind dadurch mit den Menschen ins Gespräch gekommen. Wir fordern ein Antidiskriminierungsgesetz als Instrument zur Durchsetzung unsere Bürgerrechte!! Die Verabschiedung von umfassenden und einklagbaren Gleichstellungs- und Antidiskriminierungsvorschriften für behinderte Menschen und andere diskriminierte Gruppen auf Europa- Bundes-, Landes und kommunaler Ebene.
Von Anfang April bis einschließlich 28. Mai 2000 war die Fotoausstellung der EDSA im neurologischen Therapiezentrum in Köln zu sehen. Es wurden Fotografien von Olaf Schlote sowie Bettina Schoeps ausgestellt, die hauptsächlich während der Arche Noah Reise (97/98) und den regelmäßigen Treffen des Arche Noah Projekts entstanden waren.
Sozialverband Deutschland, Bonn
Für eine barrierefreie Bahn - Bahn für alle
Adressiert an die Deutsche Bahn AG lud der Sozialverband Deutschland zur Protestaktion am 5. Mai auf den Vorplatz des Kölner Hauptbahnhofes ein. Denn: Trotz aufwendiger Umbaumaßnahmen der Bahnhöfe müssen Bahnreisende Rollstuhlfahrer häufig immer noch abenteuerliche Barrieren vor Ihrem Reiseantritt in Kauf nehmen.
Auf dem Bahnhofsvorplatz wurde zur Verdeutlichung dieser Problematik eine 12 Quadratmeter große Attrappe aufgebaut, anhand derer Rollstuhlfahrer per Hublift die vielfach schwierige oder unmögliche Zugänglichkeit von Zügen demonstrierten.
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Postleitzahlen 6-7
Evangelisches Diakoniewerk Schwäbisch-Hall e.V.
"Herzblätter"
Die Bilder der Sonderausstellung "Herzblätter" sind fröhlich, bunt und leuchtend und gewähren dem Betrachter Einblicke in das Empfinden von Menschen mit geistiger Behinderung. Die Künstler leben gemeinsam im Heim Schöneck und nahmen an einer künstlerischen Projektarbeit teil, deren Ergebnisse bis zum 21. Mai im Hällisch-Fränkischen Museum zu betrachten waren. Zur Ausstellungseröffnung am 29. April waren etwa 200 Personen anwesend darunter auch 50 Menschen mit Behinderungen. Ein blinder Sänger gestaltete das musikalische Rahmenprogramm der Vernisage.
Europäischer Protesttag zur Gleichstellung Behinderter Menschen in Aalen
Als Aktionsbündnis nahmen der Lebenshilfe Kreisverband Aalen e.V., der Körperbehindertenverein Ostwürttemberg e.V., die Aalener Werkstätten an der Hochbrücke und Albuch-Werkstatt, sowie das Samariterstift Neresheim-Wohnverbund Aalen an der Aktion Grundgesetz am 5. Mai teil.
Aalens Oberbürgermeister Ulrich Pfeifle brachte vor dem Rathaus "den Stein ins Rollen" (einen überdimensionalen Pappmachéstein), um zusammen mit Landtagsabgeordneten, Honoratioren und Vertretern von Behindertenorganisationen Denkanstöße zu geben für die Gleichstellung von behinderten Menschen.
Im Einzelnen verlief die Aktion folgendermaßen:
- An der Aktion beteiligten sich ca. 100 behinderte Menschen und ca. 25 Mitarbeiter.
- An einem Marktstand mit Fahnen, Transparenten und Schildern wurden selbst gebackene Waffeln verteilt.
- Unter dem Motto "Wir wollen den Stein ins Rollen bringen" verschenkten behinderte Menschen mit Schokokäfern beklebte Flusskiesel an Passanten.
- Überdimensionierte Pappmaché-Steine wurden als "Stein des Anstoßes" durch die Stadt gerollt. Zudem wurden die Aktionsplakate in der Stadt aufgehängt und Aktionsmittel + Flugblätter (Aufkleber, Buttons, Karten usw.) an Passanten verteilt.
- Rollstuhl-Rallye mit Preisverleihung.
- Übergabe eines Hinweisschildes für Rollstuhlfahrer an den Oberbürgermeister für das Rathaus.
- Diskussionen und Gespräche.
- Es wurden Gasluftballons mit dem Logo des Aktionstages verteilt.
- Um 11.55 Uhr trommelten wir für das Gleichstellungsgesetz, wobei uns professionelle Trommler unterstützten.
Gemeinsam Leben - Gemeinsam Lernen, Göppingen
Der Kochverein schält wieder kostenlos Ihren Spargel -
und macht Ihnen die "Gleichstellung von Kindern und Jugendlichen mit Behinderung" schmackhaft.
Für das Motto des Europäischen Tages zur Gleichstellung behinderter Menschen warben die Profiköche des Kochverein Göppingen e.V. und "Gemeinsam Leben - Gemeinsam Lernen" mit einem kostenlosen Spargelschälen auf dem Wochenmarkt.
Plakate der Aktion Mensch waren auf dem gesamten Markt und in der ganzen Stadt angebracht und als Blickfang auch an unserem Infostand befestigt, an dem 6 Köche der gehobenen Gastronomie, des "Göppinger Kochvereins" für die Kundschaft kostenlos den mitgebrachten Spargel schälten. Während die Wartenden eine Spargelsuppe aßen, war Zeit für Information und Gespräche mit den Eltern unserer Initiative zum Thema Gleichstellung.
Bis zum Mittag waren über 200kg Spargel geschält. Unser Stand war immer gut besucht, es herrschte eine offenen und gute Atmosphäre, man ließ sich gerne informieren über die Probleme der Familien mit Kindern mit Behinderungen, freute sich über gelungene Integrationsformen im Kreis, in Kindergarten, Schule, Freizeit und Arbeitswelt.
Unsere Kinder mit Behinderungen verschenkten auf dem Markt Äpfel mit dem Aktion Mensch-Aufkleber und luden zur Suppe ein, was von den Marktbesuchern mit freundlicher Zuwendung, aber auch mit einem befremdeten "Ach Ihr wollt uns etwas schenken, kommt, ich gebe Euch Geld" etwas hilflos beantwortet wurde. Von einem jungen Menschen mit geistiger Behinderung etwas anzunehmen, schien sehr ungewohnt. Unsere Jugendlichen, die oft mit ihren Freunden oder Geschwistern unterwegs waren, amüsierten sich darüber sehr. Vier unserer jungen Arbeitnehmer, die einen Job im freien Arbeitsmarkt haben oder suchen, machten zur Überraschung der Gäste einen perfekten Service.
Fazit der Elterninitiative: Wir wollen weg vom Bittsteller-Image, dem Unterschriftensammeln und "darf ich Sie informieren" - hin zu einem selbstverständlichen, freudigen Hinweisen auf die Probleme unserer Kinder.
Info auf diesem Niveau macht auch uns Eltern und Kindern mehr Spaß, am besten im kleinen, eleganten Schwarzen mit langen Handschuhen!
Reha-Westpfalz, Landstuhl
Das kann doch nicht wahr sein
Im westpfälzischen Landstuhl veranstalteten die ansässigen Einrichtungen der Behindertenhilfe im Zeitraum vom 5. -11. Mai 2000 vielseitige Aktionen zum Thema Aktion Grundgesetz.
Unter Federführung der Tagesförderstätte der Reha-Westpfalz organisierten die Einrichtungen des Gemeinschaftswerkes für Behinderte in Zusammenarbeit mit dem St. Martin-Wohnheim und dem Selbsthilfeverband Behindertenhilfe Westpfalz e.V. eine bunte Mischung aus Information, Aktion und Unterhaltung. Die Aktivitäten starteten am 5. Mai vor der Landstuhler Stadthalle mit einem Informationsstand während des Wochenmarktes und einer Stadtralley für Landstuhler Schüler. Am 8. und 9. Mai wurde mit einem Informationsstand vor einem großen Einkaufszentrum auf die Belange und die bestehenden Benachteiligungen behinderter Menschen hingewiesen.
Den Aktionshöhepunkt bildete eine Revue mit behinderten und nicht behinderten Künstlern in der Stadthalle unter dem Motto "Das kann doch nicht war sein". Innerhalb eines abendfüllenden Programms zeigten die Akteure abwechslungsreiche Darbietungen, welche die ca. 400 Besucher in der vollen Halle begeisterten. Die Pause zwischen den Programmteilen wurde von zahlreichen Besuchern genutzt, um sich über die Problemfelder Behinderung, Einschränkungen und Lebenschancen zu informieren. Das Programm selbst vermittelte einen bleibenden Eindruck von Lebensfreude, Optimismus und auch Leistungsfähigkeit von Menschen mit den unterschiedlichsten Behinderungen, wenn ihnen nur der entsprechende Rahmen geboten wird.
Diakonie Stetten mit Musik und Tanz in der Stuttgarter Innenstadt
Die Theater- und Tanzwerkstatt sowie die Musikgruppe "Pierre et ses amis" der Diakonie Stetten im Remstal (www.diakonie-stetten.de) beteiligten sich vergangenen Freitag an der Aktion Grundgesetz mit einem bunten und aufsehenerregenden Spektakel in der Stuttgarter Innenstadt. Geschminkt und in Theaterkostümen kam die 20-Köpfige Gruppe mit der S-Bahn am Hauptbahnhof an und hatte bereits unterwegs schon aufmerksame Blicke auf sich gelenkt, dazu Plakate, Buttons und Aufkleber verteilt. "Flower-Power" stand als Motto über den Tanz- und Spieleinlagen, die gleich in der Bahnhofshalle aufgeführt wurden. Weiter ging's über die Königsstraße zur Treppe vor dem Kleinen Schlossplatz. Breakdance, Pantomime und freie Tanzimprovisationen ließen auch hier bald einen Ring interessierter Passanten entstehen. Zwischen den einzelnen Auftritten erklangen Schlager und Volksweisen der Musikgruppe. Ein Bewohner aus dem Schloss rezitierte den Text des Grundgesetzes, Artikel 3.
Ziel der Aktion war es, darauf hinzuweisen, dass auch bei Menschen mit einer Behinderung in der künstlerischen Arbeit Professionalität erreicht werden kann - und dieses ohne Verniedlichung oder Mitleid. Unterstrichen wurde vor allem die Selbstverständlichkeit von Förderung und Ausbildung deren Verbesserung auch für Menschen mit Behinderungen weiter angestrebt und ausgebaut werden sollte.
AWO Landesverband Saarland e.V.,
Der Aktionstag der Werkstatt für Behinderte der Arbeiterwohlfahrt Dillingen stand schwerpunktmäßig unter dem Zeichen der Begegnung, insbesondere der zwischen Kindern und Jugendlichen.
Der Abbau von Vorurteilen gegen Menschen mit Behinderungen läßt sich am einfachsten durch das gegenseitige Kennenlernen erreichen. Genau das taten dann auch die Schüler der Erweiterten Realschulen aus Schmelz und Dillingen zusammen mit den Mitarbeitern der Dillinger AWO-Werkstätten. Das Ergebnis des Treffens war erfreulich: die Schüler stellten fest, dass es keinen Grund für die Ausgrenzung von behinderten Menschen gibt. Diese wiederum fühlten sich angenommen und weniger wie Außenseiter.
Kinder und Jugendliche scheinen im Kontakt mit behinderten Menschen vorurteilsfreier und unbefangener, so der Tenor der Veranstaltung.
Aus diesem Grund sollen die Kontakte in Zukunft fortgesetzt werden.
Diakonisches Werk im Schwarzwald-Baar-Kreis, Villingen-Schwenningen
Das Diakonische Werk organisierte den Protesttag zum 5. Mai in Villingen-Schwenningen in Zusammenarbeit mit Behindertenverbänden und der lokalen Sonderschule. In der Oberen Straße in Villingen sind nicht nur Infozettel verteilt worden, sondern den interessierten Passanten stand auch ein Erlebnisparcours offen. Dort konnten sie ausprobieren wie es ist, sich mit verbundenen Augen von einem Blindenhund durch die Stadt führen zu lassen oder wie man mit dem Rollstuhl Bordsteinkanten bewältigt. Die teilnehmenden Verbände und Einrichtungen stellten ihre Arbeit vor. Ein Theaterstück der Karl-Wacker Sonderschule aus Donaueschingen beschloss den Aktionstag.
Abteilung Behindertenhilfe des Caritasverbandes für Stuttgart e.V.
Es war das erste Mal, dass die zehn Menschen mit geistiger Behinderung aus den Einrichtungen der Caritas Behindertenhilfe sich am 5. Mai mit einem Infostand in der Stuttgarter Fußgängerzone engagierten. "Wissen Sie eigentlich, dass heute der Europäische Protesttag zur Gleichstellung behinderter Menschen ist", fragte einer Aktiven die vorbeigehenden Passanten. Auf die Anwort "Keine Zeit, entgegnete er sehr selbstbewusst:: "Für behinderte Menschen sollten Sie jedoch etwas Zeit haben."
Im Rahmen der Aktion Grundgesetz traf sich die Gruppe an zwei Tagen, um die Forderungen zu erarbeiten, die Materialien der Aktion Mensch zu sichten und den Ablauf zu besprechen. "Es ist wichtig, dass die Initiative von den Menschen mit Behinderung selbst kommt. Ich unterstützend bestärkte Sie nur," so die Leiterin der Begegnungsstätte.
Neben den allgemeinen Forderungen der Aktion Grundgesetz stellte die Gruppe für sie wichtige Forderungen auf. "Wir wollen ein rollstuhlgerechtes Stuttgart, Verkehrsmittel und Gebäude sollen auch für Rollstuhlfahrer problemlos zu erreichen sein." "Außerdem wollen wir nicht mehr von der Gesellschaft ausgeschlossen werden, schon öfter wurden wir im Restaurant nicht bedient," so Orginalzitate von Betroffenen.
Am Montag, den 8. Mai referierte der Leiter des Bürgerrechtsbüro Berlin, Ottmar Miles-Paul in den Räumen der Caritas über das Gleichstellungsgesetz. In der anschließenden Diskussion kamen die Beteiligten zu dem Schluss, dass die Gleichstellung von Menschen mit und ohne Behinderung noch weit entfernt ist.
Antoniushaus Hochheim
Integrativer Workshop. "Turmfantasien"
Vom 5. bis zum 7. Mai wurde in der TURM- Galerie des Antoniushauses und auf dem Gelände um den Turm herum ein integrativer Workshop für Autoren, Poeten und Bastler angeboten. Geschichten, Verse, Episoden und das, was man immer schon einmal zum Thema "Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen" sagen wollte wurde in einer Schreibwerkstatt im Turm auf Fahnen gedruckt. Die Fahnen wurden an der Außenseite des Turms befestigt und im Park an Bäumen aufgehängt. Umrahmt und begleitet wurde der Workshop mit einer Ausstellung von Künstlern der "Groupe Smirage", einer Kunstwerkstatt der Stiftung Pfennigparade aus München und einer Dichterlesung mit musikalischer Begleitung.
Interessensverband Contergangeschädigter, örtliche Gruppe Karlsruhe
Unter dem Motto "Gleichstellung jetzt ! Nicht erst wenn Weihnachten und Ostern zusammenfallen" und entsprechenden visuellen Mitteln haben wir für das dringend nötige Gleichstellungssgesetz in der Öffentlichkeit geworben. Unserer Aktion fand ein großes Echo unter den Passanten. In zahlreichen Gesprächen erkannten wir, dass "Contergan" in Vergessenheit gerät, gerade jungen Leuten diese größte deutsche Arzneimittelkatastophe und anderen die Auswikungen von Thalidormid nicht bekannt sind. Außerdem wurden wir gefragt, weshalb wir für Gleichstellung kämpfen, "wir würden doch alles können". Anhand unseres Forderungskataloges konnten wir die erstaunten Menschen aufklären und bei allen Verständnis für unsere Sorgen und Nöte erwirken.
Die Medien nahmen bis auf die Tageszeitung "Badische Neue Nachrichten" keine Notiz von uns, obwohl sie eingeladen waren. Die Diskussion um das Gleichstellungsgesetz konnten die Interessierten durchaus nachvollziehen. Barrierefreie Zugänge (sowohl baulich als auch gedanklich) sehen alle als erforderlich an.
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Postleitzahlen 8-9
Kinder mit und ohne Behinderungen in eine Klasse - das verlangt der Förderverein Integrative Schule Coburg e.V. (FISCo).
Mit seinem Blick über den bayerischen Tellerrand zeigte Prof. Ulf Preuss-Lausitz am 3. Mai aus Anlaß des Europäischen Protesttages in Coburg, dass international längst erprobt und anerkannt ist, was im Freistaat noch errungen werden muss: Integration in der Schule. Auf Einladung des Fördervereins Integrative Schule Coburg e.V. (FISCo) erläuterte der Berliner Erziehungswissenschaftler den über 100 Eltern und Pädagogen im Saal die Methoden und Ziele gemeinsamen Unterrichts und belegte mit Forschungsergebnissen dessen Erfolge.
Weshalb alle Erfahrung und Argumente in Bayern bislang wenig fruchten, vermochte der Referent in der lebhaften Diskussion zwar nicht zu erklären, er betonte freilich: "Auch eine Landesregierung muss den Stand der Wissenschaft zur Kenntnis nehmen". Deutliche Worte kamen aus dem Publikum: "Es ist empörend, dass sich im Jahr 2000 der Staat noch herausnimmt, besser zu wissen als die Eltern, was für Kinder gut ist." Zwar können sich Eltern, die dies nicht hinnehmen wollen, auf internationale Vereinbarungen und nationale Dokumente berufen, in denen sich auch Deutschland zur Gleichberichtigung gemeinsamen Unterrichts verpflichtet - und nicht zuletzt auf das im Grundgesetz verankerte Diskriminierungsverbot. Die Umsetzung erfordere jedoch großes Engagement: "Da muss man Power machen, sonst passiert gar nichts", betonte Preuss-Lausitz.
Aus dem Verfassungsgebot "Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden" läßt sich auch das Elternrecht ableiten, zwischen integrativem und herkömmlichem Unterricht für ihre Kinder - seien sie behindert oder auch nichtbehindert - zu wählen.
Offene Behindertenarbeit (OBA) des Bayerischen Roten Kreuzes, Ebersberg
Am 5.5. 2000 von 11.30 Uhr bis 16.00 Uhr versammelten sich die geistig behinderten TeilnehmerInnen des Freizeitprogrammes der OBA sowie die ehrenamtlichen und hauptamtlichen MitarbeiterInnen vor dem Landratsamt in Ebersberg, um sich im Rahmen der bundesweiten Aktion Grundgesetz für die Rechte von Menschen mit Behinderungen stark zu machen.
Zwischen 11.30 Uhr und 16.00 Uhr: Infostand auf dem Parkplatz vor dem Ebersberger Landratsamt. Verteilen von Äpfeln mit dem Aufkleber " Wir machen Gleichstellung schmackhaft" an Passanten; Demonstration von Plakaten mit den Anliegen der TeilnehmerInnen, Verteilen von Luftballons.
Auftakt um 11.55 Uhr mit der Beteiligung am bundesweiten Trommelwirbel auf öffentlichen Plätzen unter Mitwirkung der Behindertenbeauftragten des Landkreises Frau Ursula Frey und des Landrates Herrn Vollhardt.
12.00 Uhr: Rede des Landrates zur Situation von Bürgern mit Behinderungen.
12.15 Uhr: Öffentlicher Arbeitsbeginn einer künstlerischen Wandgestaltung im Landratsamt. Ein Bild, das Menschen mit und ohne Behinderungen als Gruppe porträtiert, wird im Gang des Sozialamtes angebracht.
14.00 Uhr: Auftritt der Showtanzgruppe der OBA.
Des weiteren war eine Ausstellung über das vielfältige Freizeit- und Familienentlastungsangebot der OBA im Foyer des Landratsamtes zu besichtigen.
Regionalverband hörgeschädigter und tinnitusbetroffener Menschen Kyffhäuserkreis e.V. Sondershausen
Den Höhepunkt der Aktion in Zusammenarbeit mit dem Thüringer Landesverband stellte der gemeinsame Einsatz der mobilen Beratungsstelle des Regionalverbandes Kyffhäuserkreis mit dem Thüringer Hörmobil in Jena dar. An zwei Standorten wurden viele Personen über die Anliegen des DSB zum Artikel 3 Abs. 3 des Grundgesetzes informiert und aufgeklärt. Eine individuelle Beratung von Betroffenen ergänzte das Programm.
Die wichtigsten Anliegen der Betroffenen wurden thematisiert, hierzu gehören unter anderem die sehr hohe Zuzahlung für Hörgeräte, die mangelnde Vertretung Hörbehinderter in der Gesellschaft, ein zu geringes Angebot an Arbeitsplätzen und Beratungsstellen für Hörgeschädigte sowie die unzureichende psychologische Betreuung Hörgeschädigter.
Die Gespräche mit den Bürgermeistern und Abgeordneten verschiedener Gemeinden zu den Aktionsfragen waren offen und zeigten Verständnis für die Sachfragen, wobei fehlende Mittel dringend notwendige Veränderungen oft nicht zulassen.
Allgemeiner Behindertenverband in Deutschland, Freistaat Sachsen e.V. (ABID Sachsen e.V.)
Schon am 2, Mai fand in der Sparkasse Zwickau eine Auftaktveranstaltung unter der Leitung des Allgemeiner Behindertenverband in Deutschland, Freistaat Sachsen e.V. zum Thema "Behinderte und Kunst" statt. Anlass war eine Ausstellung von Bildern und Gemälden psychisch kranker Menschen unter der Anleitung der Bayreuther Künstlerin Barbara Mäder. Die Ausstellung, die bis zum 12. Mai dauerte stand unter dem Motto "Behinderte Menschen und Kunst"- Kunst ist kein Selbstzweck sondern dient der Kommunikation. Diese Dokumentation eröffnete aber auch den Betrachtern, wie Integration von Menschen mit Beeinträchtigungen in das Alltagsleben möglich wird, wie geistige und materielle Barrieren abzubauen sind und damit die Bemühungen für ein selbstbestimmtes Leben Unterstützung finden können.
Am 4. Mai organisierte der ABID Sachsen e.V. in Zwickau ein öffentliches Forum zum Thema "Barrierefreier Tourismus" mit anschließender Pressekonferenz. Teilgenommen haben Vertreter der Tourismusbranche, Menschen mit Behinderung sowie regionale Pressevertreter.
In der Diskussion der Podiumsteilnehmer als auch mit den anwesenden Besuchern zeigte sich, das hinsichtlich eines barrierefreien Tourismus in der Region noch Reserven vorhanden sind, obwohl ein Unternehmen bereits einen barrierefreien Reisebus angeschafft hat.
Regnitz-Werkstätten für Behinderte, Erlangen
Access Integrationsfachdienst, Erlangen
Den Europäischen Protesttag nutzten Erlanger Verbände um für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen zu werben. Kurz vor zwölf schlugen die Regnitz-Werkstätten und des Zentrums für Selbstbestimmtes Leben Behinderter die Trommeln vor dem Rathaus, um damit Schaulustige anzulocken. Bürgermeister und Sozialamtsleiter zog es auch aus Ihren Stuben. Die Demonstranten überreichten daraufhin einen mehrseitigen Forderungskatalog an ihren Bürgermeister, der gerade von einer Pressekonferenz des Intergrationsfachdienstes "Access" kam. "Access vermittelt im fränkischen Ballungsraum Arbeitsplätze an Kunden, die eine geistige und/oder körperliche Behinderung haben.
Bayerisches Rotes Kreuz Kreisverband Fürth
Mit einem Infostand machte das BRK in der Fußgängerzone von Fürth auf die ungewisse Finanzierung von beratenden und betreuenden Diensten für Menschen mit Behinderungen aufmerksam. Diese Dienste laufen im Staatsministerium immer noch unter der Rubrik "Projektfinanzierung". Es fehlt daher eine langfristige Planungssicherheit. "Eine gesetzliche Grundlage, wie es ein Gleichstellungsgesetz leisten würde, könnte dort Abhilfe schaffen", so Vertreter der lokalen Beratungsdienste. Auch die Integration in das Berufsleben und die bessere Ausstattung mit behindertengerechten Wohnungen bildete bei der Infoveranstaltung einen Schwerpunkt.
BRK Offene Behindertenarbeit Landkreis Starnberg
Kleine Gruppen von Menschen mit und ohne Behinderung untersuchten anläßlich des Europäischen Protesttages die Barrierefreiheit der Kreisstadt Starnberg. Einige Schwachstellen konnten ausgemacht werden.
So ist der neue Bahnhof Nord zwar behindertengerecht gebaut worden, aber solange es keine Niederflurbusse gibt, um Rollstuhlfahrer zu transportieren macht es wenig Sinn. Argerlich vermerkt wurden auch die zugeparkten Gehwege und Rampen z.B. vor dem Arbeitsamt. Zum Abschluss bildete die Gruppe eine Buchstabenschlange. Sie hängten sich die grünen Plakate der Aktion Grundgesetz um, auf dem jeweils ein Buchstabe des Aufrufs "Gleichstellung jetzt" zu sehen war.
Regens Wagner Holnstein, Berching
Am Samstag, den 6. Mai fand im Rahmen der Aktion Grundgesetz ein Aktionstag vor dem Rathaus der Kreisstadt Neumarkt in der Oberpfalz statt. Träger der Veranstaltung war die Wagner Stiftung Holnstein. Gestaltet wurde dieser Tag in Zusammenarbeit mit mehreren Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen aus dem Landkreis Neumarkt, die auch sonst durch verschiedene Arbeitskreise untereinander vernetzt sind.
Die Aufmerksamkeit der Bevölkerung für die Forderungen der Aktion Grundgesetz und auf das Anliegen der Integration wurde im Vorfeld durch eine Pressekonferenz mit entsprechender Resonanz in den regionalen Medien geweckt. Der Aktionstag selbst wurde von den Menschen gut angenommen. Ein Bühnenprogramm, Info- und Verpflegungsstände, Angebote für Kinder, sowie eine Bildausstellung mit Werken von Menschen mit Behinderung und zwei Erfahrungsparcours waren die tragenden Elemente der Veranstaltung
Allgemeiner Behindertenverband in Deutschland, Freistaat Sachsen e.V. (ABID Sachsen e.V.)
Schon am 2, Mai fand in der Sparkasse Zwickau eine Auftaktveranstaltung unter der Leitung des Allgemeiner Behindertenverband in Deutschland, Freistaat Sachsen e.V. zum Thema "Behinderte und Kunst" statt. Anlass war eine Ausstellung von Bildern und Gemälden psychisch kranker Menschen unter der Anleitung der Bayreuther Künstlerin Barbara Mäder. Die Ausstellung, die bis zum 12. Mai dauerte stand unter dem Motto "Behinderte Menschen und Kunst"- Kunst ist kein Selbstzweck sondern dient der Kommunikation. Diese Dokumentation eröffnete aber auch den Betrachtern, wie Integration von Menschen mit Beeinträchtigungen in das Alltagsleben möglich wird, wie geistige und materielle Barrieren abzubauen sind und damit die Bemühungen für ein selbstbestimmtes Leben Unterstützung finden können.
Am 4. Mai organisierte der ABID Sachsen e.V. in Zwickau ein öffentliches Forum zum Thema "Barrierefreier Tourismus" mit anschließender Pressekonferenz. Teilgenommen haben Vertreter der Tourismusbranche, Menschen mit Behinderung sowie regionale Pressevertreter.
In der Diskussion der Podiumsteilnehmer als auch mit den anwesenden Besuchern zeigte sich, das hinsichtlich eines barrierefreien Tourismus in der Region noch Reserven vorhanden sind, obwohl ein Unternehmen bereits einen barrierefreien Reisebus angeschafft hat.
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